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... und ich sag dir, wie unglücklich du bist.

Forscher im Land der unbegrenzten TV-Kanäle – genauer an der Universität Maryland – behaupten jedenfalls, einen solchen Zusammenhang beweisen zu können.

Anstatt auf übliche Indikatoren wie Zivilstand, Einkommen und Gesundheit zurückzugreifen, haben John P. Robinson und Steve Martin getestet, welche Aktivitäten glückliche und unglückliche Menschen verfolgen und inwiefern diese sich voneinander unterscheiden. Anhand der Daten des General Social Survey konnte so eine Art Apathie des Unglücklichen belegt werden; Es stellte sich heraus, dass sich glückliche Personen in allen kontrollierten Aktivitäten mehr engagieren, wohingegen unglückliche Befragte sich einerseits öfters gestresst fühlen, andererseits auch mehr Zeit totzuschlagen haben. Auf der Suche nach Gründen, muss man wohl dennoch auf klassische Indikatoren wie das Einkommen oder die sozialen Kontakte zurückkommen. Beide könnten sich, sollten sie allzu lange ausbleiben, "positiv" auf das Zeitbudget auswirken.

Die Frage eines kausalen Zusammenhangs zwischen Fernsehen und Glück, respektive Unglück, wird indes auch von Robinson und Martin nicht definitiv beantwortet:

"This could lead us to two possible interpretations:
1. Television viewing is a pleasurable enough activity with no lasting benefit, and it pushes aside time spent in other activities—ones that might be less immediately pleasurable, but that would provide long-term benefits in one’s condition. In other words, television does cause people to be less happy.
2. Television is a refuge for people who are already unhappy. TV is not judgmental nor difficult, so people with few social skills or resources for other activities can engage in it. Furthermore, chronic unhappiness can be socially and personally debilitating and can interfere with work and most social and personal activities, but even the unhappiest people can click a remote and be passively entertained by a TV. In other words, the causal order is reversed for people who watch television; unhappiness leads to television viewing." - (Robinson & Martin 2008)

Links:

What Do Happy People Do? Volltext (pdf)
New York Times
mental_floss

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«Wer ernstlich über Sexualität zu sprechen beabsichtigt, kommt an der Gesellschaftsordnung nicht vorbei.»

Thomas Laqueur (1992): Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud, Frankfurt am Main, S. 24.